Ein Modul ist ein komponiertes und kombinierbares musikalisches Molekül. Es funktioniert wie Arthur Koestlers Holon. Ein Holon ist eine unabhängige Einheit, die gleichzeitig Teil eines grösseren Ganzen ist. Ein Modul kann ein einfaches zweitaktiges Pattern (z.B. Modul 8) oder grössere Einheiten umfassen: z.B. ein ganzes Verzahnungsmuster (z.B. Modul 14) oder mehrtaktige rhythmische und/oder harmonische Überlagerungen und Zyklen (z.B. Modul 23, Modul 26). Module können auch übereinander gelagert und kombiniert werden (z.B. Modul 8_9). Sie sind oft variabel in Besetzung und Form. Formen ergeben sich aus Repetition, Metrenüberlagerungen und „drehenden“ Zyklen – allenfalls aus freierem Umgang mit den Patterns bzw. Modulbestandteilen (modulare Elemente innerhalb von Modulen).
Ein Modul kann mit „klassisch“ streng interpretierenden Interpretengruppen gespielt werden (z.B. "Modul Ritual", (Modul 23) für Saxophonquartett, Drums, Perkussion, Piano und Rhodes) oder mit einer Band, die den freieren, improvisierenden oder variierenden Umgang mit komponiertem Material gewohnt ist (z.B. die Band RONIN). Dabei steht aber immer die komponierte Verzahnung im Mittelpunkt. Einzelne Formteile können in ihrer Länge variieren bzw. modular gestaltet werden. Der folgende Formteil wird dann durch einen Cue (Zeichen) angezeigt – meist durch eine hohe, klar hörbare Glocke oder einen Schrei.
Bei grösseren Konzerten und musikalischen Ritualen, die bis zu 36 Stunden dauern können (z.B. bei „MU BLUE“, 2002, mit der akustischen Gruppe MOBILE), wechseln sich meist klar komponierte Teile und formal freiere bzw. modulare Teile ab. Dabei bewegen sich die Musiker auch in den freien Teilen relativ nahe am komponierten Material bzw. jeweiligen Modul.
Module sind also klar auskomponierte musikalische Moleküle, die je nach Kompetenz der aktuellen Interpreten belebt werden können.
April 2002, überarbeitet 2012